Vorgestern las ich unter einem Onlineartikel eines unseriösen Boulevardblattes:
»Jede Werbung lügt!!! Ich kaufe nie was in der Werbung kommt!!!«
Grammatik und Rechtschreibung wurden von mir korrigiert, aber die sechs Ausrufezeichen, die gerade vor meiner Wohnung eine Hundebesitzerin ebenfalls benutzt (nerv), habe ich mal gelassen. Ein aktuelles Beispiel zeigt, dass Werbung immer wieder sehr viel Sinn machen kann. Der virtuelle Automarkt AutoScout24 startete vor einiger Zeit die Aktion »Liebstes Auto«. Jeder kann ein Bild seines Autos hochladen und erklären, wieso gerade seins so toll sein soll. Alle, die bei AutoScout24 registriert sind, dürfen abstimmen, und der Gewinner bekommt € 10.000. In zweieinhalb Stunden ist es soweit, und dann wandern die € 10.000 höchstwahrscheinlich an Martin.
Wie sinnvoll das ist? Nun, Martin hat seine ganz eigene Aktion ins Leben gerufen:
Und schon begannen die Leute abzustimmen, damit die ausgelobten € 10.000 nicht in irgendein Privatvergnügen versickern, sondern an drei Hilfsorganisationen gehen: die Stiftung Hänsel und Gretel, die Ärzte ohne Grenzen und die Deutsche Knochenmarkspenderdatei DKMS. Und wenn jemand der Meinung ist, Werbung lüge nur, der glaubt auch, dass sich Deutschland abschafft.

