Archiv für die Kategorie ‘Camino 2009’

Jetzt auch für Kindle und andere E-Book-Reader: Vom Schisser zum Glückspilz in sechsundzwanzig Etappen

Donnerstag, 22. September 2011

Für € 14,90 gibt es die E-Book-Version meines Jakobsweg-Buches. Nicht nur für den Amazon Kindle, sondern auch fürs iPad und für alle epub-Reader. Auch die Einnahmen für die E-Book-Version werden komplett gespendet. Nachdem bereits zwei Spenden an die Kindernothilfe gegangen sind, geht die nächste an Schalke hilft! für benachteiligte Kinder in meiner Heimatstadt Gelsenkirchen.

Hier!

Und hier!

Aus anderer Sicht: Jakobsweg 2009

Donnerstag, 08. September 2011

Als ich vor genau zwei Jahren durch Nordspanien gelaufen bin, war ich bei weitem nicht der Einzige. Dafür hätte es jetzt auch keinen Blogeintrag gebraucht, ich weiß. Aber neben mir gibt es einen weiteren Menschen, der ein Buch über seinen Weg im September 2009 veröffentlicht hat: Hermann Wenzel. Ich habe Hermann nur einmal auf dem Weg getroffen, kennen gelernt habe ich ihn erst nach dem Camino durch gemeinsame Weggefährten. Mit Interesse habe ich seither all seine Jakobswege und Wanderungen verfolgt, über die er ausführlich und mit wunderbaren Bildern garniert berichtet.

Vor einigen Tagen habe ich endlich sein Buch „Von einem, der auszog, das Pilgern zu lernen – Band 1: In 44 Tagen bis ans Ende der Welt“ bestellt und in einem Rutsch durchgelesen. So konnte ich genau nachsehen, wann und wo wir uns über den Weg gelaufen sind: in Sahagún in der Herberge „Viatoris“. In seinem Buch tauchen zahlreiche Menschen auf, die auch mir begegnet sind. Es war spannend zu lesen, Wege zu rekonstruieren und Hermanns Gedanken und Empfindungen zu folgen. Dabei ist mir hauptsächlich aufgefallen, dass wir trotz unserer Unterschiede wie Alter, Nationalität und Glauben häufig dieselben Fragen gestellt oder ganz ähnliche Empfindungen verspürt haben.

Ich denke, dass Zweifel und elementare Lebensfragen altersunabhängig sind – wie ich bereits in meinem Buch schrieb. Deshalb unterhalten sich auf Camino ja auch Pilger jeder Altersschicht ohne Berührungsängste oder falsche Zurückhaltung miteinander. Im alltäglichen Miteinander könnte es ähnlich laufen, nur fühlen sich Menschen in Schubladen am wohlsten. Leider.

Mein Buch enthielt bis zur dritten Auflage Bilder; ich habe sie alle rausgeworfen, um 300 Seiten Text unterzubringen. Hermanns Buch enthält dagegen wunderbare Bilder seines Weges, und ich musste feststellen, dass ich viele ähnliche Dinge am Wegesrand fotografiert habe. Das Buch ist erhältlich oder bestellbar bei allen Buchhändlern, die anständige Bücher im Sortiment haben; natürlich auch bei Amazon.de.

Hermann Wenzel: Von einem, der auszog, das Pilgern zu lernen – Band 1: In 44 Tagen bis ans Ende der Welt

124 Seiten Hardcover im Großformat 23 x 20,8 x 1,6 cm
Erschienen bei Ratio Books Verlag
ISBN-13: 978-3939829249
Preis: gut angelegte € 14,95

Vom 220 auf 300 Seiten in vier Etappen

Mittwoch, 17. August 2011

Der Mega-Bestseller „Vom Schisser zum Glückspilz in sechsundzwanzig Etappen“ (bisher über 150 abgesetzte Bücher) geht in die vierte Runde. Diesmal allerdings wurden nicht nur einige Rechtschreibfehler korrigiert; das Buch wurde komplett überarbeitet. Statt 220 Seiten inklusive Fotos gibt es jetzt 300 Seiten reinen Text. Wesentlich ausführlichere Erläuterungen und zahlreiche verschollene Anekdoten machen das Buch zu einem wesentlich länger anhaltenden Lesevergnügen.

Ich persönlich finde die vierte Auflage als die mit Abstand unterhaltsamste und hoffe auf zahlreiche Käuferinnen und Käufer. Das Buch kostet, da es nun wesentlich dicker ist, 5 Euro mehr. Dadurch steigt der Spendenbetrag pro Buch deutlich an. Auch bei der vierten Auflage gilt: Alle Einnahmen werden ohne Abzüge an die von mir unterstützten Organisationen gespendet.

Bei Amazon kann man noch ein paar Exemplare der dritten Auflage für 13,90 Euro ergattern. Über einige motivierende Rezensionen würde ich mich übrigens sehr freuen, ebenso über ehrliche und konstruktive Kritik.

Nachtrag 18. August: Alle alten Bücher bei Amazon sind nun weg. Jetzt hoffe ich mal, dass schnell die neue Auflage verfügbar sein wird.

Fünf Sterne

Montag, 08. August 2011

Kritik soll man sich ja bekanntlich nicht zu Herzen nehmen. Tu ich trotzdem, besonders, wenn sie positiv ist. Ich bin richtig gerührt über die Fünf-Sterne-Rezension eines enthusiastischen Jakobsweg-Bücher-Lesers. Besonders, weil es die erste Fünf-Sterne-Rezension meines Lebens ist. Zudem musste ich niemanden nötigen, folgenden Bericht zu schreiben:

Ganz selten bin ich von einem Jakobsweg-Buch derart begeistert! Ich habe inzwischen an die 20 dieser Reiseberichte gelesen, manche waren schlecht, einige ganz nett und nur wenige vereinten fast alles, was ich von solch einem Buch erwarte: Tiefgang, Humor, Gefühle, Probleme, Gedanken, Lösungen… Maori Kunigo ist nicht gläubig, dennoch zieht ihn der Camino magisch an. Er überwindet seine Reiseangst und geht ab Logrono los. Natürlich hat sich der “Ich bin am liebsten auf alles vorbereitet”-Phobiker vorher die beste und leichteste Ausrüstung angeschafft – nimmt sich selbst in seinen Vorbereitungen aber nicht allzu ernst. Die ganze Reise wird wundervoll unterhaltsam beschrieben, aber nicht ohne Tiefgang und der Schilderung von innerer Veränderung. Der Stil ist für einen Nicht-Profi wunderbar eloquent, intelligent und witzig! Beschriebene Freundschaften und Feindschaften gehen zu Herzen, Erlebnisse nachfühlbar. Selbst den irren Simon aus Hannover gewinnt man irgendwie lieb (ok, wenn man ihn nicht persönlich am Bein hat…) und nach 222 Seiten ist man fast schon enttäuscht, dass die Reise vorbei ist!
Ich rege mich gern über die Jakobsweg-Schreiberlinge auf, die gerade mal 100 Seiten “hinrotzen”, den Leser durch Nordspanien rasen lassen und keine Zeit auf komplexere Schilderungen verschwenden. Da werden Hotelnamen, Etappenzeiten und Mahlzeiten akribisch aufgezählt, aber das Wesentliche fehlt. Das Machwerk wird dann für 15 Euro über BoD vertrieben. Dieses Buch ist keines davon! 222 Seiten im Großformat (größer als TB!), da ist der Preis schon glatt ein Schnapper! Zwar ist es auch ein Bod, aber es verdient eigentlich einen professionellen Verlag, tolle PR und viel mehr Leser!!
Vom Unterhaltungswert vergleichbar mit Kerkeling, Ausführlichkeit und Tiefe kommen “Vom ‘weg’ zum Weg” gleich. Im Moment mein liebstes Camino-Werk!

Also wer bei so einer Lobhudelei nicht gerührt ist, werfe den ersten Stein. Im Glashaus. Porzellanladen. Pipapo.

Essen und Abnehmen auf dem Jakobsweg

Freitag, 25. Juni 2010

Gerade lese ich auf Spiegel Online, dass sportliche Aktivitäten vor dem Frühstück (bzw. grundsätzlich mit leerem Magen) dazu führen, dass Fett besonders effizient verbrannt wird. Mehrere Experten kommen in dem Artikel zu Wort; wie man mit der gewonnenen Erkenntnis umzugehen hat, darin sind sie sich nicht einig. Daran sieht man, dass man nicht einfach zu seinem Arzt gehen und ihm vertrauen kann, nur weil er irgendwann mal eine Doktorarbeit über Polypen geschrieben hat. Es gibt eine Menge so genannter Experten auf diesem Planeten, und jeder hat eine eigene Meinung. Und natürlich sieht sich jeder im Recht.

Ich für meinen Teil halte es für mehr als kritisch, permanent mit leerem Magen Sport zu treiben. Auf dem Camino habe ich mich nach einigen Tagen daran gewöhnt, vor dem Frühstück vier bis neun Kilometer zu laufen. Wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hatte, war das kein Problem. Aber nach zwei Wochen habe ich bemerkt, dass ich extrem abgenommen hatte. Nun ja, bis dahin habe ich mich kaum mit meiner Statur beschäftigt, man hat da wirklich ganz andere Dinge im Kopf. Aber im Nachhinein nehme ich an, dass ich wahrscheinlich nur noch um die siebenundfünfzig Kilogramm gewogen habe – bei einer Körpergröße von eins achtundsiebzig. Schließlich habe ich begonnen, über den Tag verteilt bis zu sechs Mahlzeiten zu mir zu nehmen. Immerhin habe ich so wieder einige Kilos zugenommen. Als ich vom Camino zurückkehrte, wog ich etwa neunundfünfzig Kilogramm. Mittlerweile bin ich bei einundsechzig Komma fünf, aber mein Körpergewicht vor dem Camino von vierundsechzig Kilogramm werde ich so schnell nicht wieder erreichen.

Tatsächlich gibt es genügend Leute, die den Camino unter anderem auch zum Abnehmen ablaufen. Verwerflich finde ich das nicht, meine Güte, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber wenn man sich erst einmal an sechs Mahlzeiten pro Tag gewöhnt hat, sollte man nach der Rückkehr wieder auf drei (geregelte) Mahlzeiten herunterdrosseln. Der Camino ist ein permanenter Ausnahmezustand, man kann sich wirklich so gut wie alles in den Rachen stopfen und literweise Cola saufen. Oder Bier. Oder Wein. Wenn man seine zwanzig bis dreißig Kilometer am Tag macht, verbrennt der Körper alles, was er kriegen kann. Hier ein durchschnittlicher Ernährungsplan auf dem Camino:

· 7:00 Uhr: Schokoröllchen, Kaffee
· 9:00 Uhr: Bocadillo, Kaffee, O-Saft
· 10:00 Uhr: zwei Pfirsiche
· 11:30 Uhr: Kekse, Schokoröllchen
· 13:00 Uhr: Bocadillo, Cola
· 16:30 Uhr: Cola, Cola, Cola. Oder Bier.
· 18:00 Uhr: Schokolade, Kekse, Bier.
· 19:30 Uhr: Pilgermenü (Pasta, Fleisch mit Pommes, Nachtisch), dazu Wein.
· Täglich bis zu fünf Liter Wasser

Video vom Camino: Pilgermesse in Santiago de Compostela

Dienstag, 22. Juni 2010

Bei der Pilgermesse in der Kathedrale von Santiago de Compostela wird ein fünfzig Kilogramm schweres Weihrauchfass namens botafumeiro geschwenkt. Es gibt zwei Ausführungen des Fasses, die außerhalb der Messe in der Bibliothek aufbewahrt werden.

Wenn ich mir die Aufnahme ansehe, bekomme ich immer noch eine Gänsehaut. Für nahezu alle Pilger, ob gläubig oder nicht, stellt die Messe einen Höhepunkt der Pilgerreise dar. Das mit dem Glauben und dem Pilgern erläutere ich ja etwas genauer im Buch.

Video vom Camino: Galicien

Montag, 21. Juni 2010

Ich amüsiere mich über den komplett vollgeschissenen Camino. In Galicien ist die Landwirtschaft allgegenwärtig, und es kommt häufiger vor, dass ganze Herden über den Jakobsweg getrieben werden. Dass dabei das eine oder andere Souvenir liegen bleibt, lässt sich nicht vermeiden. Bei Regen kann die Dungschicht extrem rutschig werden; aber im Großen und Ganzen härtet sie ziemlich ab. Am Ende des Tages stellt man sich nicht mehr besonders an, wenn etwas nicht bakteriell und klinisch absolut rein ist. Hygiene ist wichtig, aber man kann es auch übertreiben – vor allem als Westler.

Video vom Camino: León

Montag, 21. Juni 2010

Am Morgen des 10. September 2009 (im Buch auf Seite 105) stapfen Marcos und ich durch León. Den herumirrenden Pilger, der im Buch beschrieben wird, sieht man bei 1:46 ins Bild laufen.

Vom Schisser zum Glückspilz: Bisher unveröffentlichtes Material, Teil 2

Dienstag, 15. Juni 2010

Über Renate Kleucker findet man nicht allzu viel, nur einige Einträge im Zusammenhang mit Karl May. Dabei belasse ich es erst einmal, vielleicht verirrt sich ja jemand über Google auf die Seite und erklärt uns allen, wieso dort bei Hasloh eine Bank mit einer Erinnerungsplakette steht.

Hier noch einige Fotos, die ich bisher niemandem gezeigt habe:

Wenn ich einen vernünftigen Converter gefunden habe, lade ich noch ein paar interessante und lustige Videos hoch. Gestern Morgen ist Jessy, eine Bekannte von mir, in Santiago de Compostela angekommen. Sie startete vor einigen Wochen in Saint-Jean-Pied-de-Port und hatte einige Probleme zu überstehen. Vielleicht ist sie schon auf dem Weg nach Fisterra, ich weiß es nicht. Nur eines ist sicher: Wenn sie wiederkommt, veranstalten wir einen Foto- und Video-Marathon vom Feinsten. Ich freue mich schon drauf!

Vom Schisser zum Glückspilz: Bisher unveröffentlichtes Material, Teil 1

Montag, 14. Juni 2010

Das Buch »Vom Schisser zum Glückspilz in sechsundzwanzig Etappen« hat mich viele Nerven und eine Menge Zeit gekostet. Am Ende fielen einige Passagen der Entfernen-Taste zum Opfer, sei es aus inhaltlichen, sei es aus formalen Gründen. Im ersten Teil präsentiere ich die bisher unveröffentlichten Passagen aus der Vorbereitungszeit. Na ja, beim Lesen werden Sie selbst feststellen, wieso es gerade diese Textstellen nicht ins Buch geschafft haben:

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Donnerstag, 9. April 2009
Und schon ist es soweit: Sogar nach dem Saufen laufe ich noch fast 7 km nach Hause. Wodka hin, Wodka her, jetzt bin ich wieder stocknüchtern.

Samstag, 2. Mai 2009
Nach einer schwer von Alkohol gezeichneten Nacht quälen Seb und ich uns heute zu Globetrotter. Bevor wir die Filiale betreten, kotze ich noch auf den Parkplatz. Für den heutigen Einkauf habe ich knapp € 160 eingeplant: ein Paar Wanderstöcke, ein zweites Paar Wandersocken und eine leichte Outdoorhose mit Zip-Funktion.

Sonntag, 16. August 2009
Grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit extrem gering, Menschen zu begegnen, die alle Voraussetzungen erfüllen, Freunde zu werden. Daher gehe ich auf die meisten Leute, die mir auf dem ersten Blick sympathisch erscheinen, relativ offen zu. Aber genauso schnell kann ich mich auch wieder von jemandem abkoppeln, wenn derjenige sich als völlig uninteressant für mich herausstellt. In letzter Zeit passiert mir das etwas häufiger als früher, wahrscheinlich auch, weil ich immer offener auf die Leute zugegangen bin. Nachdem ich aber immer wieder feststellen musste, wie schlecht meine Menschenkenntnis ist, werde ich mich wohl in nächster Zeit wieder etwas zurückhalten. Besonders in meiner Branche fällt mir die hohe Inkompatibilität in Sachen Freundschaft auf. Als wollte jeder das Klischee bestätigen, Werber seinen nur oberflächliche Flachzangen, verweigern sie sich zwischenmenschlicher Wärme. Jeder will cool sein, angesehen, anerkannt. Dabei werden sie nur dadurch uncool, trivial, total uninteressant. In dieser Branche fühlen sich so viele überlegen, nur weil sie mit ihren dürftigen Leistungen jede Menge Bauernopfer dort draußen reinlegen. Ist das eine Leistung? Anders gefragt: Wenn ein Junge von seinem Vater lernt, wie man einen Menschen erschießt, und der Junge tut das, wie stolz kann der Junge auf sich sein? Vielleicht sollte mal irgendjemand daherkommen und einen Schalter umlegen. Einen in den Köpfen.

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Hier noch ein paar Fotos von meiner damaligen Wanderung nach Quickborn. Unterwegs stieß ich auf diese Sitzbank:

Ich werde mal recherchieren, was es mit Frau Kleucker auf sich hat.