Das Buch »Vom Schisser zum Glückspilz in sechsundzwanzig Etappen« hat mich viele Nerven und eine Menge Zeit gekostet. Am Ende fielen einige Passagen der Entfernen-Taste zum Opfer, sei es aus inhaltlichen, sei es aus formalen Gründen. Im ersten Teil präsentiere ich die bisher unveröffentlichten Passagen aus der Vorbereitungszeit. Na ja, beim Lesen werden Sie selbst feststellen, wieso es gerade diese Textstellen nicht ins Buch geschafft haben:
____________________
Donnerstag, 9. April 2009
Und schon ist es soweit: Sogar nach dem Saufen laufe ich noch fast 7 km nach Hause. Wodka hin, Wodka her, jetzt bin ich wieder stocknüchtern.
Samstag, 2. Mai 2009
Nach einer schwer von Alkohol gezeichneten Nacht quälen Seb und ich uns heute zu Globetrotter. Bevor wir die Filiale betreten, kotze ich noch auf den Parkplatz. Für den heutigen Einkauf habe ich knapp € 160 eingeplant: ein Paar Wanderstöcke, ein zweites Paar Wandersocken und eine leichte Outdoorhose mit Zip-Funktion.
Sonntag, 16. August 2009
Grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit extrem gering, Menschen zu begegnen, die alle Voraussetzungen erfüllen, Freunde zu werden. Daher gehe ich auf die meisten Leute, die mir auf dem ersten Blick sympathisch erscheinen, relativ offen zu. Aber genauso schnell kann ich mich auch wieder von jemandem abkoppeln, wenn derjenige sich als völlig uninteressant für mich herausstellt. In letzter Zeit passiert mir das etwas häufiger als früher, wahrscheinlich auch, weil ich immer offener auf die Leute zugegangen bin. Nachdem ich aber immer wieder feststellen musste, wie schlecht meine Menschenkenntnis ist, werde ich mich wohl in nächster Zeit wieder etwas zurückhalten. Besonders in meiner Branche fällt mir die hohe Inkompatibilität in Sachen Freundschaft auf. Als wollte jeder das Klischee bestätigen, Werber seinen nur oberflächliche Flachzangen, verweigern sie sich zwischenmenschlicher Wärme. Jeder will cool sein, angesehen, anerkannt. Dabei werden sie nur dadurch uncool, trivial, total uninteressant. In dieser Branche fühlen sich so viele überlegen, nur weil sie mit ihren dürftigen Leistungen jede Menge Bauernopfer dort draußen reinlegen. Ist das eine Leistung? Anders gefragt: Wenn ein Junge von seinem Vater lernt, wie man einen Menschen erschießt, und der Junge tut das, wie stolz kann der Junge auf sich sein? Vielleicht sollte mal irgendjemand daherkommen und einen Schalter umlegen. Einen in den Köpfen.
____________________
Hier noch ein paar Fotos von meiner damaligen Wanderung nach Quickborn. Unterwegs stieß ich auf diese Sitzbank:


Ich werde mal recherchieren, was es mit Frau Kleucker auf sich hat.