Heute Morgen trudelte endlich die Antwort auf meine Anfrage an das Projekt „Deutschland rundet auf“ ein. Und die fällt unbefriedigend aus:
Liebe Frau Kunigo,
bitte entschuldigen Sie die verspätete Antwort, wir hatten mit der Organisation des TAG DES AUFRUNDENS allerhand um die Ohren und kommen leider erst jetzt dazu Ihnen zu antworten.
Wir möchten prinzipiell jedem Unternehmen die Möglichkeit geben sich sozial zu engagieren und bei DEUTSCHLAND RUNDET AUF teilzunehmen, dazu gehören auch Handelspartner wie KiK. Unserer Meinung nach sollte man allen Unternehmen diese Chance geben, auch wenn sie in der Vergangenheit negativ aufgefallen sind. Irgendwo müssen die Unternehmen anfangen und diese Chance möchten wir ihnen gerne geben. Mit einem Engagement bei DEUTSCHLAND RUNDET AUF sind neben der Zahlung einer Partnergebühr auch eine Umstellung des gesamten Kassensystems und die Schulung der Mitarbeiter verbunden – die Unternehmen müssen also wirklich hinter der Initiative stehen.
Bei weiteren Fragen, können Sie sich gerne jederzeit an mich wenden.
Mit freundlichen Grüßen,
Judith Esser
Leider hat sich Frau Esser nicht die Mühe gemacht, mein Geschlecht zu recherchieren. Google hätte ihr sicherlich helfen können.
Dann schreibt sie: „(…) auch wenn sie in der Vergangenheit negativ aufgefallen sind.“ Die Partnerschaft bestand längst, als das Gebäude in Bangladesch einstürzte. Letztendlich darf ein Unternehmen also in Asien Menschen unter lebensbedrohlichen Arbeitsbedingungen ausbeuten, wenn sie hier ausreichend Geld in die Hand nimmt und in deutsche Hilfsprojekte investiert?
Mich überzeugt die Antwort nicht. Und wisst ihr, wieso nicht? Weil es auf meine Frage keine ethisch saubere Antwort gibt. Gehe ich ein Pakt mit Unternehmen wie KiK ein, habe ich keine Ausreden. Ich weiß das, ich bin ein König der Ausreden. Eine Initiative wie DRA muss sich zu Beginn einen Ethikkodex zulegen: Was erlaube ich, wen akzeptiere ich als Partner, wie ist meine langfristige Expansionsstrategie? Mag sein, dass DRA guten Gewissens einen Haken an ihre Handelspartner macht. Und das muss jeder von euch für sich entscheiden, ob der Zweck die Mittel heiligt. FÜr mich ist das nix.








