Archiv für die Kategorie ‘Spendenaktionen’

Gut. Besser. Prominenter.

Freitag, 14. Januar 2011

Früher war nicht unbedingt alles besser, aber einiges einfacher. Beispielsweise die subjektive Einschätzung Prominenter. Hörte man von einem Aristoteles oder einem Jesus, so konnte man sich aufgrund der zwei, drei Storys, die einem vom tratschsüchtigen Nachbarn übermittelt wurden, genannte Personen einschätzen. Zwar meistens ziemlich falsch, aber doch irgendwie für sich selbst befriedigend genug, um sich nicht in Sackgassen zu denken und zu verzweifeln.

Heutzutage werden wir von Personen des öffentlichen Lebens schier überflutet. Dabei sind die Schichten der Bekanntheit wesentlich filigraner als noch vor zweitausend Jahren. Von lokaler Prominenz bis hin zum Hollywoodstar wuseln Horden mehr oder minder exhibitionistisch veranlagter Hampelmänner (und selbstverständlich -frauen, wo wären wir ohne sie?) durch die Medienlandschaft. Und der Großteil fühlt sich dazu berufen, »der Gesellschaft etwas zurückzugeben«. Ich verstehe zwar nicht, was die Kartoffelkönigin vom Lande der Gesellschaft zu verdanken hat, was diese auch noch zurückhaben möchte. Aber nun gut, unzählige Prominente tummeln sich in Krankenhäusern und Slums, Tierheimen und Jugendzentren, dass man als durchschnittlicher Medienkonsument wie ich völlig überfordert sein muss. Jeder dieser Promis möchte »die Aufmerksamkeit auf das Problem in unserer Gesellschaft« lenken; leider gibt es auf der Welt so viele Unzulänglichkeiten, dass die Aufmerksamkeit eines gesunden Menschenverstandes einfach nicht ausreicht. So ernten die, die am lautesten schreien, auch die dicksten Kartoffeln (der Kreis schließt sich), besonders wenn man die Möglichkeit hat, mit einem Thomas Gottschalk im ZDF drei bis vier Stunden präsent zu sein.

Es gibt unzählige Projekte auf der Welt, die ohne die mediale Macht eines Axel-Springer-Konzerns auskommen müssen. Diese müssen andere Möglichkeiten finden, um zum Erfolg zu kommen. Ich möchte denjenigen, die mit Pauken und Trompeten, fünfzig Promis, zehn Zeitungen und drei TV-Sendern auf die Menschheit losgehen, keinen Vorwurf machen. Auch sie bewirken hier und da Gutes. Wie aber soll sich ein kleines, feines Projekt wie der Millionentausch dagegen behaupten? Roman, Marcin und all die freiwilligen Helfer im Hintergrund arbeiten praktisch ohne Budget, verkaufen durch ihr Engagement weder mehr CDs noch Kinokarten, opfern ihre wenige Freizeit und nehmen lange Bahnfahrten (!) auf sich, um Tauschpartner in ganz Deutschland zu treffen. Der Puls, der das Projekt Millionentausch am Leben hält, ist mehr als nur der Wunsch, die Stiftung Hänsel und Gretel zu unterstützen. Viel mehr soll es Spaß machen zu helfen, Neugierde für die Arbeit der Stiftung und das Millionentausch-Projekt wecken, inzwischen fragen sich Hunderte von Menschen: »Was wird als Nächstes eingetauscht?« Wie bei einer Soap.

Ob das Projekt am Ende tatsächlich eine Million Euro zusammenbekommt, steht in den Sternen. Dass es viel Aufmerksamkeit erregt hat, ist unbestreitbar. Und das lag sicherlich nicht nur an Christoph Metzelder, den prominentesten Unterstützer, der sogar der Springer-Presse eine Meldung wert war. Für mich und all die anderen Millionentausch-Fans sind Roman und Marcin die Promis. Ob es ihnen passt oder nicht.

(Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag und erschien zunächst auf Millionentausch.de.)

News for the World

Freitag, 12. November 2010

In Hamburg stürmt es. Der Himmel ist grau, die Elbe rückt uns auf die Pelle, und der Wind pfeift uns um die Ohren. Höchste Zeit zu verschwinden, weit, weit weg. Daran arbeite ich gerade. Ich plane ein enormes Projekt, und dessen Planung erfordert viel Aufwand und noch mehr Zeit. Da ich noch nicht schreiben darf/kann, wie dieses Projekt denn überhaupt aussieht, möchte ich mich auch nicht allzu lange damit aufhalten. Es müssen noch einige Dinge geklärt werden, Anschreiben verschickt, Geld organisiert. Allerdings wird es wieder ein Projekt für die Kindernothilfe, also drücken Sie mir bitte die Daumen, dass alles erfolgreich verläuft.

Bei den Millionentauschern geht es beharrlich voran. Zurzeit versuchen sie, an eine Zeitungs- oder Zeitschriftenredaktion zu kommen, die eine Doppelseite für eine Anzeige anbieten. Dafür würden sie das perfekte Set für den Pausenraum bekommen: einen offiziellen DFB-Kickertisch mit Turniermaßen, eine Nintendo Wii Spielkonsole plus Zubehör für vier Personen plus Spiele. Natürlich können sich auch noch andere Tauschinteressenten melden, beispielsweise mit ihrer goldenen Rolex oder einem echten Marc Chagall.

Spendenaktion »Wir für Frank«

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Diese bereits sehr bekannte Spendenaktion gehört nicht unmittelbar in meinen Themenbereich, allerdings halte ich es für eine gute und sinnvolle Sache, so dass ich sie kurz vorstellen möchte. Frank ist an akuter myeloischer Leukämie erkrankt. Seine Freunde haben die Aktion »Wir für Frank« ins Leben gerufen, um einen kompatiblen Stammzellenspender zu finden. Das ist nun tatsächlich nach zahlreichen Aktionen gelungen. Aber es gibt noch unzählige Menschen, die an Leukämie erkrankt sind. Dabei könnten Sie vielleicht der entscheidende Lebensretter sein, der einen heute noch sehr kranken Menschen ohne großes Zutun unendlich glücklich machen können.

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei registriert Freiwillige, die sich als potentielle Knochenmarkspender zur Verfügung stellen. Informationen und die konkrete Vorgehensweise finden Sie auf der Website der DKMS.

Und zu guter Letzt ist »Wir für Frank« für den Social Media Preis nominiert. Unterstützen Sie die Aktion und stimmen Sie für Frank und seine Freunde ab, um auf das Thema Leukämie aufmerksam zu machen. Vielen Dank.

Neues von den Millionentauschern VI

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Endlich kann sich Metze wieder auf die Abwehrarbeit konzentrieren, denn sein Trikot wurde gegen ein mytoys.de-Paket im Wert von tausend Euro eingetauscht. Im Paket enthalten sind ein offizieller DFB-Turnierkickertisch plus eine Nintendo Wii mit Zubehör für vier Spieler plus Wii-Spiele. Perfekt, um einen Pausenraum auszustatten. Auch eine WG könnte in Frage kommen, vielleicht tauscht ja jemand sein MacBook weg. Hier das recht launige Tauschvideo:

Erfreulich ist, dass immer wieder Presseberichte auftauchen. Aktuell berichtet die Welt in ihrer Onlineausgabe von der Aktion. Meine Vertretung wurde gemischt aufgenommen, und mit gemischt meine ich super. Leider war ich die ganze Zeit krank, weshalb ich mich nicht richtig auf die Aktion konzentrieren konnte, aber ich denke, mit zweihundert neuen Facebook-Freunden in zwei Wochen ist meine Bilanz okay. Jetzt brauchen die Jungs nur noch ein paar neue, richtig engagierte Tauschvorschläge im Kampf gegen Kindesmissbrauch.

Wie Werbung sinnvoll wird

Freitag, 15. Oktober 2010

Vorgestern las ich unter einem Onlineartikel eines unseriösen Boulevardblattes:

»Jede Werbung lügt!!! Ich kaufe nie was in der Werbung kommt!!!«

Grammatik und Rechtschreibung wurden von mir korrigiert, aber die sechs Ausrufezeichen, die gerade vor meiner Wohnung eine Hundebesitzerin ebenfalls benutzt (nerv), habe ich mal gelassen. Ein aktuelles Beispiel zeigt, dass Werbung immer wieder sehr viel Sinn machen kann. Der virtuelle Automarkt AutoScout24 startete vor einiger Zeit die Aktion »Liebstes Auto«. Jeder kann ein Bild seines Autos hochladen und erklären, wieso gerade seins so toll sein soll. Alle, die bei AutoScout24 registriert sind, dürfen abstimmen, und der Gewinner bekommt € 10.000. In zweieinhalb Stunden ist es soweit, und dann wandern die € 10.000 höchstwahrscheinlich an Martin.

Wie sinnvoll das ist? Nun, Martin hat seine ganz eigene Aktion ins Leben gerufen:

Facebookseite von Martin

Und schon begannen die Leute abzustimmen, damit die ausgelobten € 10.000 nicht in irgendein Privatvergnügen versickern, sondern an drei Hilfsorganisationen gehen: die Stiftung Hänsel und Gretel, die Ärzte ohne Grenzen und die Deutsche Knochenmarkspenderdatei DKMS. Und wenn jemand der Meinung ist, Werbung lüge nur, der glaubt auch, dass sich Deutschland abschafft.

Hilfe für Pakistan

Montag, 23. August 2010

Den zweiten Batzen Kohle für »Vom Schisser zum Glückspilz in sechsundzwanzig Etappen« (€ 50,00) habe ich an die Hilfsaktion für Pakistan der Kindernothilfe gespendet. Mehr Informationen über die Not und die Hilfe finden Sie auf der Kindernothilfe-Website.

Neues von den Millionentauschern V

Mittwoch, 28. Juli 2010

Wie doll unterstützt haben wir Schalker ihn, als er 2002 bei der WM in Japan Vizeweltmeister wurde. Wie sehr gehasst haben wir ihn, als er auf seiner Homepage nach unserer Vizemeisterschaft 200nochwas (gab so viele, ich erinnere mich nicht mehr) T-Shirts mit dem auch heute noch sinnlosen Aufdruck „Meister der Herzensbrecher“ verkaufte. Inzwischen hat Christoph Metzelder aufgeklärt (bzw. verklärt), die T-Shirts habe irgendwer anders ohne sein Wissen auf der Homepage angeboten, aber nun ja. Jeder macht mal Fehler.

Heute allerdings streift er sich für den FC Schalke 04 das Trikot über, und wie schon Andy Möller wird auch Metze seine Leistung bringen und Kritikern zumindest Respekt abtrotzen. Ich persönlich sehe das alles relativ entspannt, schließlich wechselt jeder Fußballer von A nach B und wieder zurück, und wer glaubt, Profis müssten sich loyal zu irgendeinem Verein verhalten, der hat den Schuss noch nicht gehört. Oder er setzt bei anderen Menschen Maßstäbe an, die er selbst für sich niemals akzeptieren würde. Daher finde ich es überaus erfreulich, dass mithilfe von Scholz & Friends NRW der Kontakt zwischen den Millionentauschern und Christoph Metzelder zustande kommen konnte.

Und wie das Video beweist, haben Roman und Marcin etwas Sensationelles eingetauscht, ich kriege mich immer noch kaum ein. Sehen Sie selbst:

Wenn Sie jemanden kennen, der dafür etwas noch Größeres, Tolleres, Teureres eintauschen möchte, dann würden sich die Jungs sicher freuen von Ihnen zu hören.

Neues von den Millionentauschern IV

Freitag, 09. Juli 2010

Tja, Herr Wulff. Zu spät. Bis gerade eben hätten Sie, Herr Bundespräsident, mit einer Flasche Schampus und einem Buch über Südafrika Ihren Wahlsieg feiern können. Aber einige tapfere und sportlich talentierte Studenten von der Texterschmiede waren einfach schneller. An der Texterschmiede lernen talentierte Schreiberlinge zu texten, und zwar so richtig gnadenlos für Werbung. Also die machen praktisch das, was ich kostenlos bekommen habe, für Geld. Aber dafür habe ich ja auch ordentlich Kohle in den Sand gesetzt mit meinem überflüssigen Studium an einer überflüssigen Privathochschule in einer überflüssigen Stadt. So, nun aber zurück zum Kern der Sache: dem Tausch.

Die WM-Wette: aus und vorbei

Mittwoch, 07. Juli 2010

Vier-Tore-Pulli, zwanzig Millionen für Podolski, vierundzwanzig Millionen für Özil, die Holländer warten auf uns im Finale … In den letzten Tagen wurde viel Scheiß geschrieben. Jeder, der sich ein wenig mit dem Weltfußball auskennt, wusste schon vorher, dass Spanien eine ganz andere Nummer wird als England oder Argentinien. Vor dem Spiel habe ich immer wieder darauf hingewiesen (wie auch schon unser Bundes-Jogi), dass gegen Spanien alles stimmen muss. Die Mannschaft hätte viel besser spielen müssen als gegen Argentinien, aber leider haben sie viel schlechter gespielt. Irgendwie gehemmt, phlegmatisch, verpennt, viel zu weit weg vom Gegner, ungefährlich. Und was für Fehlpässe, wie schon gegen Argentinien zu Beginn der zweiten Hälfte. Furchtbar. Özil – ein Totalausfall. Lahm – irgendwie nicht anwesend. Trochowski – für seine Verhältnisse völlig okay, aber er ist eben … Trochowski. Und alle, die über Ballack hergezogen sind, sollten sich kurz in die Dummschwätzerecke stellen und mal drüber nachdenken, ob der heute nicht dickere Eier gezeigt hätte als ein Sami Khedira (der noch sehr jung ist, das darf man nicht vergessen).

Übrigens ist das alles nur meine bescheidene Meinung und hinterher ist man immer schlauer, nur hätte ich mich heute sehr gern eines Besseren belehren lassen. Das Kraken-Orakel wusste es besser, damit müssen wir uns abfinden, und das Beste an der ganzen Sache ist: Ich habe meine WM-Wette gewonnen. Daher werde ich nicht herumreisen, ich werde auch keine Autogramme sammeln, und ich werde das Trikot nicht versteigern. Schade für alle, gut für mein Konto. Na ja, die nächste Aktion kommt bestimmt.

Die WM-Wette: Reiseplan 2011

Mittwoch, 07. Juli 2010

In einem teils wahnsinnig fahrigen, teils grottenschlechten Spiel hat sich die Elftal gegen Uruguay mit 3:2 durchgesetzt. Hätte Uruguay gewonnen, hätte ich mir ernsthaft Sorgen machen müssen. Denn (und jetzt kommen noch mehr »hätte«s) hätte sich Uruguay durchgesetzt und gegen Deutschland im Finale verloren, hätte ich eventuell nach Chile, Uruguay, Schweden, in die Türkei und sonstwo hinreisen müssen. Sollte ich nun meine WM-Wette verlieren, müsste ich mit folgenden Reiseländern rechnen:

· Niederlande (neun Spieler)
· England (fünf Spieler)
· Deutschland (fünf Spieler)
· Italien (zwei Spieler)
· Spanien (ein Spieler)
· Schottland (ein Spieler*)

*Edson Braafheid war an den Celtic F.C. ausgeliehen und kehrt für die Saison 2010/2011 nach München zu den Bayern zurück. Allerdings ist es so oder so extrem unwahrscheinlich, dass Braafheid in einem eventuellen Finale gegen Deutschland in der Startelf steht, von daher ist dieser Spieler für mich völlig wurscht.

(Quelle Europakarte)

Nun muss nur noch die Deutsche Nationalmannschaft die nächsten zwei Spiele gewinnen. Wenn sie konzentriert in die Spiele geht, ist alles möglich. Spanien ist schlagbar. Die Niederlande ist schlagbar. Leider ist Deutschland an schlechten Tagen ebenfalls schlagbar. Und das Kraken-Orakel sieht Spanien vorn. Leider glaube ich an das Kraken-Orakel; es wäre schön, wenn die DFB-Jungs es dem blöden Achtbeiner so richtig zeigen würden. Und damit meine ich nicht David Villa, der hat keine acht Beine. Nein. Keine acht.